
Biokovo ist ein absolutes Muss, wenn man in Makarska ist
Aber wenn man sich einmal um die eigene Achse dreht und das Rundumpanorama der Umgebung betrachtet, dann wird wohl jeder Abenteuerlustige ein Kribbeln im Bauch und Tatendrang verspüren. Das Biokovo-Gebirge erhebt sich wie ein Schutzengel über die Stadt – es wird oft liebevoll als „im Meer verwurzeltes Gebirge“ beschrieben. Für die Ortseinwohner war Biokovo jahrhundertelang die wichtigste Existenzgrundlage, ein Ort, wo man Kulturen anbaute und das Vieh zur Weide führte. Die Einwohner von Makarska dankten dem Gebiet für seine Großzügigkeit, indem sie den Boden schonten und die unerschlossenen Waldgebiete so gut bewahrten, dass im Jahr 1981 ein großer Teil des Biokovo-Gebirges als Naturpark unter Naturschutz gestellt werden konnte. Biokovo ist von kreuz und quer führenden Pfaden durchzogen, die zu leichten bis zu anstrengenden Wanderungen einladen; dieses Berggebiet ist ein absolutes Muss, wenn man in Makarska ist. Nahe am Fuß des Berges, auf einer Höhe von 350 Metern, befindet sich der leicht erreichbare Botanische Garten Kotišina, der einen großartigen Einblick in die Artenvielfalt des Gebirges gewährt. Dabei wurden keine exotischen Pflanzen in ein bestehendes Habitat eingefügt: dieses 16 Hektar große Stück Natur rahmt ganz einfach einen Teil der heimischen Landschaft ein. Auf diese Art und Weise präsentiert es verschiedene Lebensräume, von Ackerflächen bis zu felsigem Gelände und bis zu einer Schlucht mit einem Wasserfall, aber auch mehr als 300 Pflanzenarten, und davon sind einige auch so einzigartig wie die endemische Adriatische Iris.

Ein großartiger Blick auf die Adria vom Skywalk aus
Weiter oben, auf einer Höhe von 1.228 Metern, befindet sich die hufeisenförmige Aussichtsplattform Skywalk, eine der neueren Ergänzungen des Landschaftsbildes. Diese Plattform aus Stahl und Glas schwebt über steilen Felshängen in der Luft und beschert Besuchern einen großartigen Blick auf die Adria. Sie kann auch für ein inneres Drama sorgen, falls Sie sich nicht leicht mit großen Höhen anfreunden können; die Aussicht ist nicht nur mitreißend, sondern auch ziemlich schwindelerregend. Wenn Sie noch die Strecke bis zur Bergspitze von Biokovo zurücklegen, zum Gipfel Sv. Jure auf einer Höhe von 1.764 Metern, dann haben Sie den zweithöchsten Berg in Kroatien bezwungen, ein nicht zu unterschätzendes Unterfangen. Der Gebirgskamm bildet die Grenze zwischen mediterranem und kontinentalem Klima; das Wetter kann unverhofft und schnell umschlagen, deshalb erweist sich etwas Wandererfahrung und gute Ausrüstung als nützlich. Glücklicherweise führt die Asphaltstraße zum Skywalk auch zum Gipfel des Biokovo.

Die Fahrt bergauf mit dem Rad oder Auto ist schon für sich allein ein Abenteuer, da eine einzige Fahrspur als Straße mit Gegenverkehr funktioniert und mit vielen Serpentinen daherkommt. Ganz oben belohnt die wundersame Mondlandschaft aus Dolinen und Karsttrichtern, manche davon fast 1.000 Meter tief, alle Geologen und Höhlenforscher, und die Aussichten, die bis nach Italien und bis zu den Bergen von Bosnien und Herzegowina reichen, bilden für alle anderen eine Krönung des Aufstiegs. Auf den Wanderwegen von Biokovo herrscht niemals Gedränge, aber man kann Wildpferden begegnen, die auf diesen schroffen Hängen frei herumlaufen. Die Wahrheit ist: diese Pferde halten sich immer in der Nähe ihrer Ställe beim Restaurant Vrata Biokova auf. Hier stehen zwölf wilde, aber sattelfromme Pferde zum Reiten bereit, ein einmaliges Erlebnis, das gut zum Mittagsessen mit lokalen Spezialitäten passt.

Weitere Aktivitäten für Freunde des Adrenalinkicks
Sie können sich auch für dramatischere Abstiege vom Berg entscheiden, wie etwa für Gleitschirmfliegen vom 1.300 Meter hohen Berg Pržinovac oder vom 650 Meter hohen Miletin, oder für das Abseilen am Felsen. Die einladenden Felshänge um Biokovo herum und am breiteren Gebirgsmassiv der Dinarischen Alpen haben Kletterer seit den 1950er Jahren zu Erkundungen bewogen. Heute umfassen die beliebtesten Klettergebiete etwa 70 Routen in der Nähe der kleinen Küstenortschaft Brela und etwa 30 Routen nahe des Städtchens Omiš. Etwa 40 Fahrminuten auf der Adria-Küstenstraße ab Makarska befindet sich Omiš an der Mündung des Flusses Cetina. Der Fluss schlängelt sich durch 100 Kilometer an zerklüftetem Gelände und fließt dann an einer Stelle ins Meer, die hervorragend vom feinen Werk der Natur zeugt – in einer mit Kiefern bewachsenen Schlucht, flankiert von eindrucksvollen grauen Felswänden, die ungestüme Ströme kalten türkisfarbenen Wassers umrahmen. Freunde des Adrenalinkicks sind von diesem Ort begeistert. Hoch oben über der Schlucht finden wir eine Seilrutsche mit einer Spannweite von 2,1 Kilometern, die mit acht Seilen auf einer Höhe von 150 Metern über dem Boden lockt. Sie können zwischen Bäumen, über dem Fluss und von Felswand zu Felswand sausen. Die kalten Stromschnellen der Cetina bieten im Sommer perfekte Erfrischung, ganz gleich, ob man sich für Wildwasserbootsfahrten oder für ernsthaftes Schluchtenwandern entscheidet, das Wandern, die Überwindung von Stromschnellen und Schwimmen unter Wasserfällen umfasst. Selbst wenn Sie am Hotelpool in Makarska faulenzen, bleibt körperliche Betätigung immer im Blickfeld. Radfahrer fahren mit ihren Rädern auf der großartigen Küstenpromenade, Kajakfahrer paddeln dem Sonnenuntergang entgegen und Tiefseetaucher bewundern die magischen Strudel der Süßwasserquellen in Vruje.
Makarska ist sicherlich der perfekte Ort für einen gemächlichen Urlaub, aber nur, wenn Sie dem Ruf des Abenteuers widerstehen können.
