Das Programm wurde gemeinsam mit der Ernährungswissenschaftlerin Ivana Domislović entwickelt und geht weit über einen speziell zusammengestellten Speiseplan hinaus. Von der Auswahl der Zutaten und der Zubereitung bis hin zur Allergenkennzeichnung und Schulung der Mitarbeitenden ist jeder Schritt sorgfältig durchdacht. Wir haben mit Ivana darüber gesprochen, wie Baby Balance entstanden ist, was die Mahlzeiten auszeichnet, wie sich der Nährstoffbedarf von Babys mit ihrer Entwicklung verändert und worauf es bei der Auswahl der Zutaten und dem Umgang mit Allergenen ankommt.

Vom Bauernhof bis zur gesunden Ernährung
Baby Balance entstand aus einer einfachen Idee: Auch die jüngsten Hotelgäste verdienen besondere Aufmerksamkeit – vor allem, wenn es um ihre Ernährung geht. Im Mittelpunkt steht Ivanas berufliche Philosophie „From Farm to Health“. Sie bringt zum Ausdruck, dass eine gesunde Mahlzeit lange beginnt, bevor sie auf dem Teller landet.
„Als Ernährungswissenschaftlerin und Agronomin betrachte ich Ernährung ganzheitlich. Es geht nicht nur darum, was wir essen, sondern auch darum, woher die Zutaten kommen, wie sie angebaut werden, wie die Speisen zubereitet werden und welchen Einfluss sie auf die Gesundheit eines Kindes haben. Wenn wir diese Wissensbereiche miteinander verbinden, können wir gerade in den ersten Lebensjahren einen ganzheitlicheren und verantwortungsvolleren Ansatz für die Ernährung verfolgen“, erklärt Ivana.
Gemeinsam mit Valamar hat sie diese Philosophie in ein konkretes Ernährungskonzept für die jüngsten Gäste umgesetzt. Baby Balance vereint Rezepte, die auf den Nährstoffbedarf von Babys abgestimmt sind, klare Vorgaben für die Zubereitung und das Servieren der Speisen, eine nachvollziehbare Herkunft der Zutaten sowie ein systematisches Allergenmanagement. Die Mitarbeitenden werden speziell geschult, und regelmäßige Kontrollen stellen sicher, dass die festgelegten Standards auch im Alltag eingehalten werden.
Baby Balance wurde erstmals im Arba Resort auf der Insel Rab eingeführt. Mittlerweile ist das Programm auch im Pical Resort und in den Marea Suites in Poreč sowie im Girandella Resort in Rabac verfügbar. In allen vier Anlagen werden die Mahlzeiten für Babys und Kleinkinder in einem separaten, deutlich gekennzeichneten Bereich des Buffetrestaurants angeboten.
„Mein Ziel war es, ein Programm zu entwickeln, das Eltern fachlich fundierte Unterstützung und Sicherheit gibt und gleichzeitig dem Hotelpersonal klare, praktische Leitlinien für die tägliche Arbeit bietet“, sagt Ivana.

Was hinter jeder Baby-Balance-Mahlzeit steckt
„Hinter einer scheinbar einfachen Mahlzeit steckt viel mehr, als man auf den ersten Blick sieht“, erklärt Ivana.
Alles beginnt mit der Auswahl der Zutaten. Baby Balance arbeitet mit regionalen Erzeugern und Familienbetrieben zusammen. Dabei wird auf möglichst kurze Wege zwischen Erzeugung und Hotelküche geachtet, damit Frische und Qualität der Zutaten bestmöglich erhalten bleiben.
Anschließend werden die Rezepte sorgfältig auf das Alter, den Nährstoffbedarf und den Entwicklungsstand des Kindes abgestimmt. Dabei kommt es auf viele Details an: wie gut eine Mahlzeit verdaulich ist, wie viele Nährstoffe bei der Zubereitung erhalten bleiben und welche Konsistenz für die jeweilige Entwicklungsphase geeignet ist.
Ebenso wichtig sind die Menschen, die die Mahlzeiten zubereiten. Geschulte Köchinnen und Köche arbeiten nach genau ausgearbeiteten Rezepten und klaren Zubereitungsvorgaben, um eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen.

Über einen QR-Code können Eltern außerdem den Speiseplan aufrufen und sich über die Zutaten und Allergene jeder Mahlzeit informieren. So lässt sich leichter entscheiden, welche Speisen für das eigene Kind geeignet sind – je nachdem, welche Lebensmittel es bereits probiert hat und ob besondere Ernährungsbedürfnisse oder Einschränkungen berücksichtigt werden müssen.

Warum die ersten beiden Lebensjahre so wichtig sind
Die ersten beiden Lebensjahre sind eine Zeit rasanten Wachstums und großer Entwicklungsschritte. Gleichzeitig werden in dieser Phase die Grundlagen für spätere Essgewohnheiten gelegt. Babys haben einen kleinen Magen, benötigen aber vergleichsweise viel Energie und Nährstoffe. Deshalb kommt es nicht nur darauf an, wie viel ein Kind isst, sondern auch darauf, wie viele wertvolle Nährstoffe eine kleine Portion liefert.
Ivana betont, dass dabei jede Lebensmittelgruppe eine wichtige Rolle spielt: „Fleisch und Fisch sind wichtige Eiweiß-, Eisen- und Zinkquellen. Eier liefern zahlreiche wertvolle Nährstoffe, darunter Cholin, während Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Getreide zu einer abwechslungsreichen Ernährung beitragen.“
Auch die Kombination der Zutaten ist wichtig. „So kann beispielsweise das Vitamin C in Brokkoli die Aufnahme von Eisen aus Linsen verbessern“, erklärt sie.
Ebenso wichtig ist die Art der Zubereitung. Bei Baby Balance wird bevorzugt gedämpft, in Wasser gekocht oder im Kombidämpfer gegart. So soll der Nährwert der Zutaten bestmöglich erhalten bleiben, während gleichzeitig hohe Hygienestandards eingehalten werden. Auf das Frittieren wird verzichtet. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der Textur, Größe und Form der Lebensmittel, denn wie Ivana erklärt: „Dasselbe Lebensmittel kann je nach Zubereitungsart geeignet sein oder ein Risiko darstellen.“
Erbsen sind dafür ein gutes Beispiel: Sie sind nährstoffreich, doch ganze, runde Erbsen können für kleine Kinder eine Erstickungsgefahr darstellen. Deshalb werden sie gut gegart und bei Bedarf zerdrückt – je nachdem, wie gut das Kind bereits mit fester Nahrung umgehen kann.
Die Beikosteinführung bietet Kindern außerdem die Möglichkeit, verschiedene Geschmacksrichtungen und Konsistenzen kennenzulernen. „Eine Vielfalt an Lebensmitteln, Geschmacksrichtungen und Konsistenzen während der Beikosteinführung kann dazu beitragen, dass Kinder unterschiedliche Lebensmittel besser annehmen und ein positives Verhältnis zum Essen entwickeln“, betont Ivana.
Brei oder selbstständig essen?
Wenn Babys mit Beikost beginnen, fragen sich viele Eltern, ob sie ihrem Kind lieber Brei anbieten oder es selbstständig mit den Händen essen lassen sollen. Bei Baby Balance müssen sie sich nicht für nur eine Variante entscheiden.
Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Deshalb werden die Mahlzeiten nicht nur an das Alter, sondern auch an die individuellen Fähigkeiten und die Bereitschaft für unterschiedliche Konsistenzen angepasst. Wie gut ein Kind kauen kann, wie es mit verschiedenen Lebensmitteln umgeht und wie selbstständig es bereits isst, spielt dabei eine wichtige Rolle.
Ab etwa sechs Monaten können Babys pürierte oder zerdrückte Speisen ebenso kennenlernen wie weiche Stücke, die sie selbst greifen und erkunden können. Mit zunehmender Entwicklung kommen nach und nach abwechslungsreichere Konsistenzen, kleinere Stücke und komplexere Gerichte hinzu. So nähern sich die Mahlzeiten allmählich dem an, was auch der Rest der Familie isst.
Baby Balance orientiert sich außerdem an den Grundsätzen der BLISS-Methode (Baby-Led Introduction to SolidS). Dieser Ansatz ermutigt Babys dazu, Lebensmittel selbstständig zu erkunden und zu essen. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass die Mahlzeiten ausreichend Energie und wichtige Nährstoffe, insbesondere Eisen, liefern und das Risiko des Verschluckens möglichst gering gehalten wird. Geeignete Beispiele sind weich gegarte Gemüsesticks oder zarte Bratlinge aus Gemüse und Getreide.
„Brei und selbstständiges Essen schließen sich nicht gegenseitig aus. Beide Ansätze lassen sich gut miteinander kombinieren – je nach den Bedürfnissen, Fähigkeiten und bisherigen Erfahrungen des Kindes. Wir möchten Eltern die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, was für ihr Baby am besten passt. Gleichzeitig sollen die Kleinen Lebensmittel in ihrem eigenen Tempo entdecken können, immer mit Blick auf ihre Entwicklung und Sicherheit“, erklärt Ivana.


Natürlicher Geschmack und klare Informationen zu Allergenen
Die für Babys zubereiteten Mahlzeiten kommen ohne zugesetztes Salz und Zucker aus. Baby Balance setzt auf frische, möglichst wenig verarbeitete Zutaten mit überschaubaren Zutatenlisten. Wenn Fertigprodukte verwendet werden, werden deren Etiketten sorgfältig auf zugesetzten Salz und Zucker sowie unnötige Zusatz- und Konservierungsstoffe geprüft. Ziel ist es, die Zutatenliste so einfach wie möglich zu halten – nicht, grundsätzlich alle Zusatzstoffe als schädlich einzustufen.
„Wir möchten, dass Babys von Anfang an den natürlichen Geschmack von Lebensmitteln kennenlernen, ohne sich früh an übermäßig salzige oder süße Geschmacksrichtungen zu gewöhnen“, erklärt Ivana.

Auch der Umgang mit Allergenen ist ein wichtiger Bestandteil des Programms. Zutaten und ihre Herkunft werden sorgfältig geprüft. Ebenso werden Änderungen oder der Austausch von Zutaten kontrolliert, wenn sie Einfluss auf die enthaltenen Allergene haben könnten. Bei der Lagerung, Zubereitung und Ausgabe der Speisen werden Maßnahmen getroffen, um das Risiko eines unbeabsichtigten Kontakts mit Allergenen möglichst gering zu halten.
Auch die Eltern sind dabei wichtige Partner. „Eltern kennen ihr Kind und seine bisherigen Erfahrungen mit Lebensmitteln am besten. Sie wissen, welche Lebensmittel es bereits probiert hat, wie es darauf reagiert und ob es besondere Ernährungsbedürfnisse oder bekannte Allergien gibt“, erklärt Ivana.
Bei Kindern mit einer diagnostizierten Lebensmittelallergie ist es besonders wichtig, dass Eltern direkt mit den Mitarbeitenden des Hotels sprechen. So können die individuellen Bedürfnisse des Kindes, die Zutaten der Mahlzeiten und mögliche Risiken eines unbeabsichtigten Kontakts mit Allergenen gemeinsam besprochen und geprüft werden.
Mehr entspannte Momente für die ganze Familie
Wenn man mit einem Baby verreist, erfordern die Mahlzeiten oft etwas mehr Planung. Zu wissen, dass die Speisen zum Alter des Kindes passen und sich Informationen zu den Zutaten unkompliziert abrufen lassen, gibt Eltern mehr Sicherheit. So bleibt mehr Zeit, sich auf das zu konzentrieren, worauf es im Urlaub wirklich ankommt: gemeinsame Erlebnisse.
Denn Familienurlaub lebt von den Momenten, die man miteinander teilt – auch wenn die Kleinsten später vielleicht keine konkreten Erinnerungen daran haben. Gemeinsame Zeit stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Ein entspannteres Tempo, realistische Erwartungen und vertraute kleine Rituale können dazu beitragen, dass der Urlaub mit Baby für alle angenehmer wird.

„Wir wissen, dass die Ernährung kleiner Kinder auf Reisen für Eltern eine zusätzliche Herausforderung sein kann – besonders, wenn Lebensmittelallergien eine Rolle spielen. Mit Baby Balance möchten wir die Auswahl geeigneter Mahlzeiten erleichtern, für klare Informationen sorgen und Eltern im Alltag ein wenig entlasten. So können sie sich weniger Gedanken ums Essen machen und ihren Urlaub mehr genießen“, fasst Ivana zusammen.