In manchen Städten komme ich mit einer langen Liste von Orten an, die ich mir ansehen möchte. In Dubrovnik mache ich es lieber genau umgekehrt. Anstatt von einer zur anderen Sehenswürdigkeit zu eilen, suche ich mir lieber einige Orte aus und lasse mir genügend Zeit, sie richtig zu erleben.
Machen Sie einen Spaziergang auf den Stadtmauern, bevor es in der Stadt zu lebhaft wird. Legen Sie eine Pause ein, für einen Kaffee, ein Eis oder einen Brunch irgendwo nahe beim Stradun. Sehen Sie sich den Rektorenpalast von innen an, anstatt nur vor der Fassade Halt zu machen. Und wenn die steinernen Gassen unter den Füßen zu heiß werden, dann flüchten Sie einfach übers Meer auf die Insel Lokrum.
Wenn Sie nach Sehenswürdigkeiten in Dubrovnik Ausschau halten, dann würde ich die folgenden fünf Orte ganz oben auf die Liste setzen.
Machen Sie einen Spaziergang auf den Stadtmauern von Dubrovnik
Hier würde ich die Besichtigungstour starten. Dubrovnik sieht aus der Vogelperspektive betrachtet ganz anders aus. Wenn ich auf die Dubrovniker Stadtmauern steige, fügen sich die schmalen Gassen und Plätze der Altstadt unter mir wie auf einem Stadtplan ineinander.


Auf der einen Seite reihen sich Terrakotta-Dächer, Kirchtürme und versteckte Innenhöfe aneinander. Auf der anderen Seite bleiben nur steinerne Wehrmauern, die bis in die blaue Adria hinabreichen.
Die gesamte Ringmauer ist fast zwei Kilometer lang und umfasst Türme, Festungen und Bastionen, die einst die Befestigungsanlage der Republik Ragusa bildeten. Doch bei einem Spaziergang über die Mauern kommen mir weniger Zahlen und historische Fakten in den Sinn, denn es tritt die sich ständig verändernde Aussicht in den Vordergrund.
Fast hinter jeder Ecke finde ich einen Grund, Halt zu machen. Vom Minčeta-Turm bietet sich ein Blick über die ganze Altstadt. Einige Minuten später erscheint Lokrum in der Ferne. Etwas weiter weg kann ich Boote betrachten, wie sie in den alten Stadthafen einfahren oder ihn verlassen.
Wenn ich nur einen einzigen von allen sehenswerten Orten in Dubrovnik auswählen müsste, wären die Stadtmauern schwer zu toppen.
Mein Tipp: Ich würde früh am Morgen oder später am Nachmittag hierher kommen. Zum einen vermeidet man so die stärkste Sonne, zum anderen betont das weichere Licht noch zusätzlich die Dächer und das Meer.
Lassen Sie es auf dem Stradun langsamer angehen und verirren Sie sich in den Gassen der Altstadt
Nach dem Blick auf Dubrovnik von oben erlebe ich die Stadt auch gerne auf Straßenebene. Aber früher oder später bringt mich jeder Spaziergang durch die Altstadt wieder auf den Stradun.
Der offiziell als „Placa“ bezeichnete Stradun erhielt sein heutiges Aussehen beim Wiederaufbau Dubrovniks nach dem großen Erdbeben von 1667. Diese Hauptstraße ist wunderschön, doch am liebsten betrachte ich einfach den Rhythmus der Stadt um mich herum.



Früh am Morgen nimmt der glattgewetzte Kalkstein das erste Licht auf, und alles wirkt überraschend ruhig. Später füllen sich die Terrassen der Cafés, Menschen treffen sich unter dem Glockenturm der Stadt und Besucher verschwinden im Labyrinth der von der Hauptpromenade wegführenden schmalen Gassen.
Ich nehme mir immer Zeit für die gleichen Dinge. Anstatt vom Pile-Tor direkt zum alten Stadthafen zu gehen, mach ich lieber einen Abstecher in die Nebenstraßen, folge den Treppen, ohne mir viel Gedanken darüber zu machen, wo sie hinführen, und bleibe stehen, wenn etwas meine Aufmerksamkeit erregt.
Hier suche ich mir auch gerne Souvenirs aus, die doch etwas persönlicher sind als klassische Magneten – lokal angehauchte Illustrationen, handgefertigte Keramik, kleine Designer-Stücke oder etwas, was von einem Künstler aus Dubrovnik geschaffen wurde. Gerade dann kommt Dubrovnik nicht mehr wie eine Reihe bekannter Sehenswürdigkeiten daher und beginnt wie eine richtige Stadt zu wirken.
Lassen Sie sich im Rektorenpalast in die Vergangenheit von Dubrovnik zurückversetzen
Am Rektorenpalast kommt man leicht vorbei, bleibt eine Weile vor seinen eleganten Bögen stehen und setzt dann die Besichtigung der Altstadt fort. Mein Tipp: Sehen Sie sich doch seine Innenräume an.



In der Zeit der Republik Ragusa war dieser Gotik- und Renaissancepalast die Residenz des Rektoren, aber auch ein wichtiger Mittelpunkt der Regierung. Heute ist er Teil des Kulturhistorischen Museums im Verbund der Dubrovniker Museen, mit Räumen und Sammlungen, die dem Besucher das Leben zur Zeit der Republik näherbringen. Mir ist schon allein der Innenhof Grund genug, hier den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.
Nach dem lebhaften Treiben des Stradun und der umliegenden Plätze wirkt der Raum zwischen den steinernen Säulen fast unerwartet ruhig.
Dies ist auch einer jener Orte, die dem bereits Gesehenen einen Kontext verleihen. Die Stadtmauern, Paläste und Festungen außerhalb des Rektorenpalasts werden plötzlich zum Teil einer viel größeren Geschichte über die Stadt, die einst inmitten von ihnen lebte.
Wenn Sie eine Besichtigung mehrerer Sehenswürdigkeiten vorhaben, lohnt sich der Kauf des Dubrovnik Passes, der Eintritt zu mehreren Attraktionen und Museen gewährt und die Erkundung der Stadt leichter gestalten kann.
Flüchten Sie auf die Insel Lokrum und lernen Sie ein ganz anderes Gesicht von Dubrovnik kennen
Eines der Dinge, die ich an Dubrovnik am meisten mag, ist, wie schnell sich die Atmosphäre verändern kann. In einem Moment bin ich von Steingassen und jahrhundertealten Bauwerken umgeben, und bald darauf kann ich im Schatten der Kiefern auf Lokrum spazieren gehen.



Diese grüne Insel liegt gegenüber der Altstadt uns steht als Sonderreservat der Waldvegetation unter Naturschutz. Hier wechseln sich ein mediterraner Wald und ein botanischer Garten mit exotischen Pflanzenarten ab. Boote fahren aus dem alten Stadthafen ab, so kann man Lokrum leicht in einen in Dubrovnik verbrachten Tag einfügen.
Nach der Ankunft ist der strenge Zeitplan schnell vergessen.
Ich spaziere durch die Gärten, stoße auf ein historisches Benediktinerkloster, folge schattigen Pfaden unter Baumkronen und steige schließlich zum Meer hinab. Die Wurzeln des Klosters reichen ins 11. Jahrhundert zurück, was dieser Insel, die auf den ersten Blick wie ein einfacher Rückzugsort in der Natur wirkt, eine weitere historische Ebene verleiht.
Lassen Sie den Tag mit einem Rundblick vom Srđ-Berg ausklingen
Eine der schönsten Aussichten hebe ich mir für den Schluss auf. Vom Srđ-Berg aus sieht Dubrovnik plötzlich sehr klein aus.
Die Altstadt ist perfekt in ihre Wehrmauern eingepasst, dahinter ist Lokrum zu sehen, und die Adria scheint sich endlos bis zum Horizont auszudehnen.
Der Srđ-Berg ist einer der bekanntesten Aussichtspunkte oberhalb von Dubrovnik, mit einem Rundblick auf die Altstadt und aufs Meer – definitiv eine der fotogensten Stellen in der Stadt.


Am liebsten komme ich gegen Ende des Tages hierher. Nach einem Spaziergang durch die Straßen der Stadt beginne ich von oben einzelne Orte zu erkennen – die Stadtmauern, auf denen ich in den Morgenstunden unterwegs war, den alten Stadthafen, von wo aus ich Kurs auf die Insel Lokrum genommen habe, und die Dächer um den Stradun herum.
Alles, was ich im Laufe das Tages erkundet habe, verbindet sich plötzlich zu einem Gesamterscheinungsbild.
Was es in Dubrovnik an einem Tag zu sehen gibt
Kann ich alle fünf Orte an einem Tag besichtigen? Technisch – ja. Aber ich würde das wahrscheinlich nicht tun.
Für einen ersten Besuch würde ich die Morgenstunden auf den Stadtmauern verbringen, danach durch den Stradun und die Altstadt schlendern, den Rektorenpalast besuchen und den Tag ungefähr bei Sonnenuntergang ausklingen lassen.
Lokrum würde ich mir für den zweiten Morgen oder den Nachmittag aufheben. Dann habe ich genügend Zeit zum Schwimmen, spazieren gehen und Freude auf der Insel, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen.
Wer es langsamer angehen lässt, für den hält Dubrovnik Belohnungen bereit. Die bekannten Rundblicke lohnen sich auf jeden Fall, aber einige meiner liebsten Momente finden gerade dazwischen statt – wenn ich in eine stille, etwas weiter vom Stradun entfernte Gasse abbiege, wenn ich den Glockenschlag vernehme, der zwischen den Steinhäusern widerhallt, wenn ich am Ende einer schmalen Passage das Meer erblicke oder wenn ich mich ganz einfach irgendwo hinsetze, ohne sofort weitergehen zu müssen.
Dubrovnik ist außerhalb der Postkartenansichten noch besser
Vor meinem Besuch verband ich Dubrovnik gedanklich am meisten mit den bekannten Stadtmauern und Terrakotta-Dächern. Und die sind in der Tat umwerfend, doch am meisten blieb mir in Erinnerung, wie viele verschiedene Erlebnisse sich auf einem so kleinen Raum verbergen.
Meine Liste der Orte, die man in Dubrovnik gesehen haben muss, ist deshalb nicht nur eine Aufzählung von Sehenswürdigkeiten, sondern eine Art und Weise, die Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln kennenzulernen – von den Stadtmauern aus, von den Straßen der Stadt aus, vom Meer aus und aus der Vogelperspektive.
Und sobald ich die Stadt so erlebt habe, denke ich gewöhnlich schon darüber nach, wann ich wieder kommen könnte.